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Archive für 31.1.2011

Wie eine „Wertedebatte“ nun seltsame Wege nimmt!

Das tragische Einzelschicksal einer Ärztin veranlasst den einen oder anderen Arzt, offensichtlich öffentliche Klage gegen die Justiz und allgemeiner, gegen das Recht als Wissenschaft zu führen. 

„Wenns nach den Juristen geht werden wir laenger leiden müssen als nötig, aber dank einer höheren Justiz werden auch sie die selben Qualen durchmachen müssen, wenn sie nicht bald ein drastisches, humanes und zeitgemaesses medizinisch/juristisches Umdenken in Angriff nehmen. Hauptsache sie wollen es, aber es gibt leider zu viele versteinerte Juristen, die den Zugang zur Realitaet verloren und das menschliche in sich fast getötet haben“, so ein hoch emotionaler Hinweis eines Arztes in einem Kommentar der Ärzte Zeitung (vgl. dazu Dr.med.Mustafa Ayhan, Kommentar v. 27.01.11 zum Beitrag v. Fuhr, Mechthild Bach - “Im Paragrafendschungel in den Tod getrieben >>> http://www.aerztezeitung.de/panorama/?sid=638193 <<<). 

Mit Verlaub – dieser Kommentar belegt eindrucksvoll, dass hier dringend der Gesetzgeber zur Tat schreiten sollte, um der Ärzteschaft eine hilfreiche Orientierung an die Hand geben zu können. Nicht die Juristen „tragen dafür Sorge“, „dass wir länger leiden müssen“, sondern die Zünfte der Ärzteschaft und der Ethiker. Hier wird nahezu vollständig die bisherige Diskussion ausgeblendet, bei der es gerade liberale Juristen sind, die einzelnen Ärzten zur Seite springen, um diese argumentativ zu unterstützen. 

Und in der Tat: Es scheint sich die Befürchtung zu bestätigen, dass „Welten Ärzte und Juristen trennen“ (so der Kommentar v. Schätzler zum Beitrag v. Fuhr, aao.). Die Kluft kann daher nur dadurch überwunden werden, in dem ins Gesetzbuch statt in die „Glaskugel“ geschaut wird und in diesem Sinne macht es keinen Sinn, wenn Ärzte meinen, Rechtswissenschaft als Hobby betreiben zu müssen. 

Lutz Barth

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